4,5 Stunden am Tag beten?! – Was wir von einem Franziskaner-Priester über das Kernstück des Glaubens lernen können

In einer hektischen Welt, in der Termine, Social Media und ständige Erreichbarkeit unseren Alltag bestimmen, wirkt der Gedanke fast utopisch: viereinhalb Stunden am Tag zu beten. Für die Gemeinschaft der Franziskaner der Erneuerung (CFR) ist genau das jedoch gelebte Realität.

In einem tiefgehenden Interview mit KIRCHE IN NOT spricht Pater Paulus Maria Tautz über den Rhythmus seines Ordenslebens, die spirituellen Tiefen des täglichen Gebets und warum dieser scheinbare „Luxus an Zeit“ in Wahrheit das Fundament für ein echtes, wirksames Christsein ist.

Der Rhythmus der Stille: Wie füllt man 4,5 Stunden?

Für viele Außenstehende klingt eine solche Zeitspanne nach spirituellem Marathon oder asketischer Überforderung. Doch Pater Paulus Maria macht deutlich, dass das Gebet in einem Orden kein isolierter, starrer Block ist, sondern das Herz, das den gesamten Tag mit Leben versorgt.

Der Tagesablauf der Gemeinschaft ist strukturiert durch:

  • Gemeinsames Stundengebet und die Heilige Messe: Das liturgische Gebet, das die Kirche seit Jahrhunderten prägt, verbindet die Brüder weltweit.
  • Meditation und Eucharistische Anbetung: Die bewusste Zeit der Stille vor Gott, in der nicht geredet, sondern einfach da sein im Vordergrund steht.
  • Persönliches Gebet: Raum für die Zwiesprache mit Gott, Fürbitte für die Nöte der Welt und das Hören auf das eigene Gewissen.

Warum investieren wir so viel Zeit in das Unsichtbare?

In einer Leistungsgesellschaft messen wir den Wert von Zeit meist an messbaren Ergebnissen: Arbeit, Output, Erfolg. Pater Paulus Maria stellt diese Logik auf den Kopf. Wer aktiv Gutes tun will – sei es in der Seelsorge, in der Armenhilfe oder im Alltag –, der brennt sonst schnell aus.

„Das Gebet ist keine Zeit, die uns für die Mission fehlt – es ist der Quellort, aus dem die Mission überhaupt erst fließt.“

Wer sich täglich viereinhalb Stunden Zeit nimmt, um sich von Gott „füttern“ und transformieren zu lassen, gewinnt eine innere Freiheit. Man lernt, von der eigenen Wichtigkeit und den Sorgen loszulassen. Das Gebet schenkt die nötige Erdung, um den Herausforderungen des Lebens mit Liebe und Geduld zu begegnen.

Brückenbauer zwischen Himmel und Welt

Pater Paulus Maria stammt ursprünglich aus Deutschland, lebt eine franziskanische Spiritualität aus Armut und Mission und widmet sich besonders der Arbeit mit jungen Menschen. Seine Botschaft trifft gerade in unserer Zeit einen Nerv.

Viele Menschen spüren eine tiefe Sehnsucht nach Sinn, fühlen sich aber von der Reizüberflutung der modernen Welt erschlagen. Das Zeugnis eines Ordensmannes, der konsequent gegen den Strom schwimmt und den Fokus auf das Wesentliche richtet, lädt zum Nachdenken ein:

  • Weniger Ablenkung, mehr Tiefe: Man muss nicht gleich viereinhalb Stunden beten, aber wie viel Zeit schenken wir eigentlich bewusst der Stille?
  • Aktivität braucht Kontemplation: Ohne innere Einkehr verkommt Aktionismus oft zu bloßem Stress.
  • Gott Raum geben: Das Gebet ist kein Abarbeiten von frommen Formeln, sondern eine Liebesbeziehung, die gepflegt werden will.

Ein Impuls für den eigenen Alltag

Das Video mit Pater Paulus Maria Tautz ist ein Weckruf und eine Ermutigung zugleich. Es zeigt, dass Glaube mehr ist als Tradition oder bloße Moral – er ist eine lebendige Begegnung.

Vielleicht gelingt es uns im eigenen Alltag, jeden Tag ein paar Minuten „Oasen der Stille“ einzubauen, um dem Vorbild der Franziskaner ein Stückchen näher zu kommen: Weniger Lärm, mehr Tiefe und die Gewissheit, dass das Fundament unseres Lebens im Unsichtbaren liegt.

Wie stehst du zu diesem Thema? Sind feste Gebetszeiten oder Zeiten der Stille für dich im Alltag möglich oder fällt dir das schwer? Schreib es gerne in die Kommentare!

 

(Dieser Text basiert auf dem Transscript des Videos und wurde mittels KI gekürzt.)

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